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Bewegende Fortbildung in Auschwitz – Frau Unewisse berichtet

Vom 12.02. bis zum 16.02.2020 nahm Lehrerin Tanja Unewisse mit Unterstützung der Schulleitung und des Kollegiums an einer Fortbildung des Maximilian-Kolbe-Werks und der Villa ten Hompel in 0święcim, allen bekannt unter dem von den Nationalsozialisten geprägten Namen Auschwitz, teil.

Neben Führungen in den Gedenkstätten (Auschwitz I und II) war auch ein Gespräch mit den Leitern der Gedenkstätte Auschwitz Teil des Programms, sowie auch ein Zeit- zeugengespräch mit Zdzislawa Wlodarczyk, die als 11-jährige die Torturen und men- schenverachtenden Lebensbedingungen überlebt hatte. Unter folgendem Link gibt es weitere Informationen zur Zeitzeugin. Ein umfassendes Programm mit vielfältigen Projekt-Ideen, die das zukünftige Schulleben inhaltlich bereichern können, begleitete die Fortbildung.

Frau Unewisse sagte zu ihrer Erfahrung in 0święcim: „Mehr als 2 Millionen Menschen besuchen die Gedenkstätte im Jahr – Zahl steigend, alle Nationen sind vertreten, niemand verlässt diesen Ort ohne Tränen und Sprachlosigkeit. Für mich war der Ort – mit all den mit ihm verbundenen Geschichten -, die sich dort dem Besucher noch deutlicher offenbaren als durch Bücher oder Filme, der menschenverachtendste Ort, den ich jemals betreten habe. Menschen wurden dort zu Objekten, zu Material, zu Nummern… Ich habe mich dermaßen geschämt, Deutsche zu sein, dass ich gar nicht mehr gesprochen habe. Jede dieser Mordstätten löst das in mir aus. Mir war auch gar nicht bewusst, dass die heutige Ausstellung sich noch immer an den Wünschen der Über- lebenden orientiert, die sich erstmals 1947 für den Erhalt und die Gestaltung eingesetzt haben.

Wenn solche Orte nicht zu einer Gedenkstätte werden, dann sieht das irgendwann so aus wie in Krakau. – Das Lager Plaszóv ist allen durch den Film Schindlers Liste bekannt. – Zugleich war es vor der „Eroberung“ Polens 1939 das Gelände zweier jüdischer Friedhöfe. Es ist nichts mehr wirklich erhalten, was an die Opfer erinnert, außer ein paar Bildtafeln und einer Straße, die von der SS veranlasst aus den Grabsteinen „gebaut“ werden musste. Dass die Totenruhe der einstigen Friedhöfe und die der Mas- sengräber damit missachtet wird, ist nur dem informierten Besucher noch bekannt. Das Lager ist ein Gegenbild zu Auschwitz, Bergen-Belsen, Buchenwald, Sachsenhausen… – es existiert als Gedenkstätte nicht mehr. Es wirkt wie ein Naherholungsgebiet. Ich fragte mich also, was die Zukunft bringen wird, wenn Menschen sich vielleicht nicht mehr erinnern wollen…

Die Zeitzeugin hat gesagt, dass sie für die sprechen möchte, die das nicht mehr selbst tun können. Frieden und Demokratie seien die einzige Rettung vor dieser Hölle, die sie zwar überlebt hat, die sie aber auch erleben und mit sich tragen musste. Trotz der Tatsache, dass sie schwer krank ist, sagte sie, dass sie bis zu ihrem letzten Atemzug die Zeitzeugengespräche führen wolle. Sie würde jedem Leugner, der meint, Auschwitz sei nicht so gewesen, die Wahrheit sagen wollen, so lange sie auch nur kann. Wenn die Zeitzeugen das aber eines Tages nicht mehr können, dann müssen wir das tun – von Generation zu Generation.

Wir sagen immer, wir müssen das Erinnern aufrechterhalten, damit derartig brutale Unmenschlichkeit nicht mehr geschehen kann. Absolut richtig! Ich denke aber auch, dass Menschen immer ganz viel darüber lernen müssen, welcher Wert dem Frieden und der Demokratie zukommen muss. Jeder Mensch kann jeden Tag etwas dafür tun: niemanden ausgrenzen, andere ausnahmsloser akzeptieren, offen sein, Gespräche führen – nicht das Falsche ankreuzen bei Landtags- oder Bundestagswahlen… Wenn man einen solchen Ort wie Auschwitz betritt mit all dem Wissen, das darüber vorhanden ist, dann entsteht auch ein Schauder über die, die sich aktiv oder indirekt an den Verbrechen beteiligt haben, der Spuren hinterlässt.“

Die Zeitzeugin im Kreis der Fortbildungsteilnehmer (Foto: Stefan Querl, Villa ten Hompel, Münster)

Unterrichtszeiten

1. Stunde 07.55 - 08:40 Uhr
2. Stunde 08:45 - 09:30 Uhr
15 min. Pause
3. Stunde 09:45 - 10:30 Uhr
4. Stunde 10:35 - 11:20 Uhr
15 min. Pause
5. Stunde 11:35 - 12:20 Uhr
6. Stunde 12:25 - 13:10 Uhr
50 min. Pause
7. Stunde 14:00 - 14:45 Uhr
8. Stunde 14:45 - 15:30 Uhr

  • Verabschiedung unserer Schulleiterin Frau Kunstleben
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